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Chronische Lymphatische Leukämie

Eine Ärztin lächelt einen Patienten an und legt die Hand auf seine Schulter.

Was ist Chronische Lymphatische Leukämie (CLL)?

Die Chronische Lymphatische Leukämie (CLL) ist eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Organsystems, bei der sich funktionsunfähige weiße Blutkörperchen (B-Lymphozyten) ungebremst vermehren. Diese lagern sich häufig in Knochenmark, Lymphknoten, Milz und Leber an, sind aber meistens vor allem im Blut nachweisbar. Diese funktionsunfähigen weißen Blutkörperchen können gesunde Zellen im Knochenmark verdrängen und somit die Blutbildung stören.1,2

Die CLL ist der häufigste Blutzellkrebs bei Erwachsenen in der westlichen Welt. In Deutschland wurden 2023 knapp 5.000 Neuerkrankungen diagnostiziert.6 Männer erkranken etwas häufiger als Frauen.6 Betroffen sind vor allem ältere Menschen ab 70 Jahren.3

So äußert sich eine Chronische Lymphatische Leukämie: Symptome

Häufig sind die Patient:innen zu Beginn beschwerdefrei. Folgende Symptome können auf eine CLL hindeuten:2,3,4

  • Blutungs- und Infektionsneigung
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Vergrößerte Lymphknoten
  • Leber- und Milzvergrößerung
  • Nachtschweiß
  • Ungewollter Gewichtsverlust
  • Fieber mit unklarer Ursache

Diese Symptome können jedoch auch auf eine andere Erkrankung hindeuten. Zur Klärung sollten immer Mediziner:innen zu Rate gezogen werden, die durch unterschiedliche Diagnoseverfahren die vorliegende Erkrankung feststellen und die richtige Therapie einleiten können.

Chronische Lymphatische Leukämie erkennen: Diagnose

Da die Betroffenen meistens beschwerdefrei sind, erfolgt die Diagnose oft durch Zufall bei Standarduntersuchungen wie beispielsweise Routine-Blutbildkontrollen, bei der eine erhöhte Anzahl an bestimmten weißen Blutkörperchen auffällt.1,3

Im Verdachtsfall wird eine Basisdiagnostik durchgeführt, die eine körperliche Untersuchung und Überprüfung verschiedener Blutwerte umfasst. Zusätzlich können eine Knochenmarkpunktion, Lymphknotenbiopsie, eine Ultraschalluntersuchung der Lymphknoten im Bauchraum und eine Chromosomenanalyse (zytogenetische Untersuchung) vorgenommen werden, um eine Diagnose stellen zu können.1,3,4

Leben mit Chronischer Lymphatischer Leukämie: Behandlung und Verlauf

Die Chronische Lymphatische Leukämie beginnt schleichend und schreitet meist langsam fort. In frühen Stadien kann es ausreichen, zunächst auf eine Behandlung zu verzichten und in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren, wie sich die Erkrankung entwickelt. Bei dieser Strategie des Beobachtens und Abwartens, auch „watch & wait“ genannt, wird eine Behandlung erst dann eingeleitet, wenn Symptome auftreten und/oder bestimmte diagnostische Werte erreicht werden.2,3

Aktuelle Therapiemöglichkeiten sind Chemotherapie, Chemoimmuntherapien, zielgerichtete Therapien und Stammzelltransplantationen.1,2,3

Der Verlauf der Erkrankung ist abhängig davon, wie schnell sie voranschreitet, vom genetischen Profil, vom Alter und vom allgemeinen gesundheitlichen Zustand der Patient:innen.1,4

Häufige Fragen zur Chronischen Lymphatischen Leukämie

Die Ursache für die Entstehung einer CLL ist nicht abschließend geklärt. Mögliche Risikofaktoren sind genetische Veränderungen durch organische Lösungsmittel, zum Beispiel Benzol, oder eine familiäre Veranlagung.3
Nach aktuellem Stand ist die CLL in der Regel nicht heilbar.2 In Ausnahmefällen kann eine Chance auf Heilung nach einer allogenen Stammzelltransplantation bestehen.5

Weitere Angebote für Patient:innen und Interessierte

J&J withMe

Weiterführende Informationen zu Symptomen, Diagnose und Therapieoptionen bei CLL.

Informationen für medizinische Fachkreise

Krebsgesellschaft

Detaillierte Hintergrundinformationen zu Behandlungsmöglichkeiten für Non-Hodgkin-Lymphome von der Deutschen Krebsgesellschaft e. V.

Die Informationen, die wir Patient:innen zur Verfügung stellen, können einen Besuch bei Ärzt:innen nicht ersetzen. Zudem können wir aus gesetzlichen Gründen Patient:innen und sonstigen Laien im Sinne des Heilmittelwerberechts (§ 10 HWG) keine werblichen Informationen über verschreibungspflichtige Medikamente bereitstellen.

  1. Kompetenznetz Maligne Lymphome. Chronische lymphatische Leukämie. Stand 07.12.2022. https://lymphome.de/chronisch-lymphatische-leukaemie/ . Letzter Zugriff am 13.04.2026
  2. Bundesministerium für Gesundheit: gesund.bund.de: Chronische lymphatische Leukämie (CLL). Stand 25.06.2025. https://gesund.bund.de/chronische-lymphatische-leukaemie-cll . Letzter Zugriff am 13.04.2026
  3. Onkopedia. Leitlinie CLL. Stand September 2025 https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/chronische-lymphatische-leukaemie-cll/@@guideline/html/index.html . Letzter Zugriff am 13.04.2026
  4. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Stiftung Deutsche Krebshilfe Leitlinienprogramm Onkologie. S3 Leitlinie Chronische Lymphatische Leukämie (CLL). Version 2.0, Dezember 2024. https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/CLL/Version_2/LL_CLL_Langversion_2.0.pdf . Letzter Zugriff am 13.04.2026
  5. Deutsche Krebsgesellschaft. Onko Internetportal. Basisinformationen Krebs. Stand 21.03.2017. https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/leukaemie/therapie/therapie-chronischer-leukaemien.html . Letzter Zugriff am 13.04.2026
  6. Robert Koch-Institut (Hrsg) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg). Krebs in Deutschland für 2019/2020. 14. Ausgabe. Berlin, 2023. https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_deutschland_2023.pdf?__blob=publicationFile . Letzter Zugriff am 13.04.2026
EM-172593